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Halbleiter: Intel investiert 17 Milliarden Euro in sein Mega-Werk in Deutschland

Intel hebt den Schleier über einen Teil seiner Ambitionen in Europa. So kündigte der US-Fondant an, in den nächsten zehn Jahren bis zu 80 Milliarden Euro in die Europäische Union zu investieren. In einem ersten Schritt plant die Firma aus Santa Clara, auf dem Alten Kontinent 33 Milliarden Euro zu mobilisieren, davon 17 Milliarden für den Bau einer Mega-Fabrik für elektronische Komponenten in Deutschland. Sie wird in Magdeburg, der Hauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt, 130 km westlich von Berlin gebaut. Reuters hatte die Informationen vor zwei Wochen enthüllt.

Der Bau der ersten beiden Produktionseinheiten soll im ersten Halbjahr 2023 beginnen, bevor 2027 in Betrieb genommen werden soll, vorbehaltlich der Zustimmung der europäischen Kommission, die den roten Teppich ausgerollt hat, um Giganten wie Intel mit dem Chips Act anzuziehen. Das nordamerikanische Unternehmen wird von den im Rahmen des Europa-plans vorgesehenen staatlichen Subventionen profitieren, um bis 2030 20% der weltweiten Halbleiterproduktion zu erreichen. Intel sagt, dass 7000 Arbeitsplätze für den Bau dieser Anlage und 3000 für den Betrieb geschaffen werden.

Frankreich als Gastgeber eines Europäischen f&E-Zentrums gewählt
Deutschland ist nicht das einzige Europäische Land, das von den Investitionen des Gründers in Europa profitiert. Der Konzern plant auch, 12 Milliarden Euro für den ausbau seines Werks in Irland auszugeben, was seine Gesamtinvestitionen in dem Land auf über 30 Milliarden Euro erhöhen wird. Auch in Italien sind Investitionen von bis zu 4,5 Milliarden Euro geplant, um einen Standort für die Kapselung von Mikrochips zu bauen. Letzterer, der voraussichtlich zwischen 2025 und 2027 in Betrieb genommen wird, soll 1.500 Arbeitsplätze schaffen.

Schließlich wird Frankreich von Intel nicht vergessen. In Ermangelung einer Mega-Fabrik wurde das Sechseck von den USA für ein Europäisches Forschungs-und Entwicklungszentrum auf dem Saclay-plateau mit 1000 Arbeitsplätzen ausgewählt, davon 400 bis Ende 2024. „Frankreich wird der Europäische Hauptsitz von Intel für High performance Computing (HPC) und Design-Fähigkeiten für künstliche Intelligenz (KI) werden“, so die Firma aus Santa Clara. Auch Forschungsinvestitionen in Polen und Spanien wurden von dem von Pat Gelsinger geleiteten Unternehmen angekündigt. Bis heute beschäftigt Intel fast 10.000 Mitarbeiter in den EU-Mitgliedsländern.

Diese Investitionen sollen es dem Unternehmen ermöglichen, seine Abhängigkeit von Asien zu verringern, auf das derzeit 80% der weltweiten ChipProduktion entfallen. Um zu verhindern, dass sich in Zukunft ein globaler Mangel an Halbleitern wiederholt, verstärken Intel und andere Branchenriesen wie die taiwanesische TSMC-Gruppe und der Südkoreanische Riese Samsung die Ankündigungen von Großprojekten. In diesem Rahmen will Intel unter anderem einen riesigen Chip-Produktionsstandort in Ohio, USA, bauen. Ein Projekt, das in einem Jahrzehnt auf 100 Milliarden Dollar geschätzt wurde.

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